Spirit Parcours

Station 04 · Spirit Parcours

Hinschauen

Guggenbüel, Aadorf

Die Geschichte

Nach einer Weile sieht Spirit wieder eine Menschenmenge unter sich. Aha, das kennt er schon! Und jetzt weiss er auch, wer dieser Mann ist: Jesus! Er hat ihn beobachtet beim Grösserwerden und war dabei, als er im Jordan, dem grossen Fluss, getauft worden ist. Alle haben ihn, die Taube, angeschaut, als Jesus untergetaucht wurde und eine Stimme sagte: «Das ist mein geliebter Sohn!» Da ist Spirit klargeworden, was so besonders ist an Jesus. Er gehört ganz zu Gott. Darum konnte er Simeon soviel Hoffnung geben. Und darum wollte er auch, dass die Menschen zu ihm kommen und hat alle zusammengesucht. So konnte er ihnen von Gott erzählen und ihnen zeigen, woran sie Freude haben sollten.

Jetzt ist Jesus wieder dafür unterwegs. Eine ganze Gruppe von Menschen steht schon um ihn herum. Aber hinten sieht Spirit noch eine kleine Gruppe kommen. Oder besser gesagt, eine grosse Gruppe von kleinen Menschen. Kinder! Spirit ist gespannt. Normalerweise kümmern sich ja die Erwachsenen um die wichtigen Dinge. Und Jesus ist definitiv wichtig. Was wird er wohl mit den Kindern machen? Hat er überhaupt Zeit für sie, oder hat er Wichtigeres zu tun?

Die Jünger, die immer mit Jesus unterwegs sind, scheinen das auf jeden Fall zu denken. Sie drängen die Kinder weg, damit er Zeit hat für die Grossen. Aber Jesus schaut einfach an ihnen vorbei. Er sieht sie gar nicht. Die Jünger werden aufgeregt und sagen ihm, er solle sich doch endlich konzentrieren. Aber Jesus lacht nur. Er scheint das ganz anders zu sehen. Spirit sieht, wie er jedes einzelne Kind ganz genau anschaut. Er sieht irgendwie weiter als die anderen Leute, die nur besorgt sind, ob sie mit ihm reden können. Wenn er ein Kind anschaut, dann sieht er das, was ganz besonders an ihm ist. Nun wird er sogar etwas ärgerlich, als noch einmal jemand ihm in den Weg steht: «Lasst doch die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran! Denn für Menschen wie sie ist das Reich Gottes da.»

Die Kinder merken, dass sie willkommen sind. Also gehen sie zu ihm und er nimmt sie in den Arm und segnet sie. Spirit sieht, wie sich auch die Kinder verändern. Stolz blicken sie um sich. Auch für sie hat sich gerade alles etwas verändert. Sie sind nicht die Kleinen, die einfach hinterhergehen, sondern die, die wichtig sind!

Spirit lacht vor sich hin. Ob sie wohl heute Abend schauen, ob sie grösser und älter geworden sind oder überhaupt anders aussehen, wenn sie in den Spiegel schauen? Vielleicht sind sie aber auch einfach aufmerksam und suchen weiter die kleinen Dinge, die ihnen ganz besonders wichtig sind.

Gott sieht das Herz – nicht nur das Äussere. Wie oft schauen wir nur auf die Oberfläche? Gott kennt dich vollständig und liebt, was er sieht.

«Denn jetzt sehen wir nur ein rätselhaftes Spiegelbild. Aber dann sehen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich nur Bruchstücke. Aber dann werde ich vollständig erkennen, so wie Gott mich schon jetzt vollständig kennt.»

1. Korinther 13,12

Aktion

Schau in den Spiegel.

Was sehe ich? Was erkennt Gott in mir?

Gebet

Gott, zu dir rufe ich: In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht. Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht. Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe. Ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden. In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld. Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weisst den rechten Weg für mich. Amen.