Die Geschichte
Spirit fliegt übers Land. Die Gegend wird etwas grüner. Und wieder sieht Spirit eine Schafherde. Aber es ist nicht die von Mose. Während er durch seine Erinnerungslandschaft geflogen ist, ist er in einer ganz anderen Zeit gelandet. Die Schafherde grast friedlich. Einige Tiere liegen beieinander. Nur an einem Rand der Herde herrscht Aufregung. Der Hirte hat gerade seine Schafe gezählt. Schon zum vierten Mal. Aber immer noch fehlt eines. Hat er es verloren, als sie vom Wasser wieder auf die Weide gezogen sind? Ist es weggelaufen? Kommt es gleich wieder hinter der Ecke vorgesprungen, oder liegt es irgendwo und kann nicht weg?
Auch Spirit macht sich auf die Suche. Aus seiner Vogelperspektive kann er natürlich weiter blicken als der Hirte, der nur bis zum nächsten Hügel sieht und sich jetzt aufmacht, den hochzusteigen. Soll er ihm Hinweise geben? Er kann ja vorsichtig in die richtige Richtung fliegen. Denn das Schäfchen hat er schon erspäht. Es hat sich bis weit in ein schmales Tal hineingewagt, weil es dort etwas besonders Gutes zu essen entdeckt hat. Da steht es jetzt und frisst friedlich.
Auch der Hirt ist jetzt auf den richtigen Hügel geklettert. Ob er der Taube gefolgt ist, die so auffällig vor ihm her geflattert ist? Auf jeden Fall sieht er jetzt das Schäfchen und man sieht, wie sehr er sich freut. Schnell klettert er zu ihm, lädt es sich auf die Schultern und macht sich auf den Weg zurück zur Herde. Er beeilt sich, denn es ist nicht ungefährlich, sie alleine dort zu lassen. Was, wenn etwas sie erschreckt, und sie in alle Richtungen fliehen?
Aber es geht alles gut. Spirit sieht in dem Moment eine andere Gruppe von Menschen. Sie haben sich um einen Mann versammelt. Er erinnert auch an einen Hirten. Ruhig steht er da, während die anderen hitzig diskutieren. Sie haben die Herde offenbar auch beobachtet. War das schlau von dem Hirten, die anderen Schafe alleine zu lassen? Was da alles hätte passieren können! Das ist, wie wenn man eine ganze Gruppe Kinder alleine auf dem Spielplatz lässt, weil eines getrödelt hat und falsch abgebogen ist. Das geht doch nicht! Aber der Mann scheint das anders zu sehen, und Spirit hört gut zu. Er erklärt ihnen: «Genau so freut sich Gott, wenn ein Mensch, der ihn noch gar nicht kannte, zu ihm findet und ihm vertrauen will. Er ist sein Sorgenkind – und wer würde sich nicht ganz besonders freuen, wenn es diesem gelingt, bei ihm zu bleiben?»
Spirit denkt darüber nach, während er weiterfliegt. Wer wäre wohl seine Herde und sein Hirte? Wo fühlt er sich ganz zuhause, so dass er gar nicht weg will? Und wer war überhaupt der Mann, der so sehr anderer Meinung war als die anderen?
Ein Baum steht für Leben, Wachstum und Standfestigkeit. Seine Wurzeln geben ihm Halt, auch wenn der Sturm kommt. Was gibt dir Halt im Leben?
Segen für den, der auf den Herrn vertraut und dessen Zuversicht der Herr ist! Er gleicht einem Baum, der am Wasser gepflanzt ist. Seine Wurzeln streckt er hin zum Bach. Vor der Hitze fürchtet er sich nicht, seine Blätter bleiben grün. Selbst ein trockenes Jahr macht ihm nichts aus, und er hört nicht auf, Frucht zu bringen.
Jeremia 17,7-8
Aktion
Wähle einen Baum. Lehne dich an. Lausche.
Wo stehe ich im Leben – bin ich verwurzelt?
Gebet
Herr, hilf! Gib mir Struktur, festen Halt, Boden unter den Füssen! Du bist meine Mitte, mein Weg, du, mein Leben. Amen.