Spirit Parcours

Station 03 · Spirit Parcours

Last ablegen

Guggenbüel, Aadorf

Die Geschichte

Nun fliegt Spirit direkt auf die grösste Stadt in der Gegend zu. Jerusalem. Man kann es gut erkennen aus der Luft, denn auf dem Berg steht der Tempel. Er ist das Heiligtum, in und bei dem sich die Menschen versammeln, wenn sie Gott suchen. Spirit ist häufig dort. Es gefällt ihm, wenn die Menschen dort beten. Er hört aufmerksam zu und freut sich mit denen, die danken. Manchmal gurrt er beruhigend, wenn jemand etwas Trauriges zu berichten hat. Und er hat herausgefunden, dass die Menschen manchmal wieder Hoffnung schöpfen, wenn sie ihn sehen. Darum besucht er den Tempel immer wieder.

Schon lange ist ihm ein Mann aufgefallen. Simeon riefen ihn die andern. Er war besonders häufig im Tempel. Immer, wenn Spirit ihn sah, betete er. So richtig fröhlich sah er dabei aber nie aus. Eher so, als würde ihn etwas bedrücken, und als hoffte er, getröstet zu werden. Spirit hatte herausgefunden, dass er ihn zuhause abholen konnte. Dann folgte ihm Simeon, und meistens ging es ihm besser, wenn er sich nach dem Gebet wieder auf den Heimweg machte.

Auch heute flog er darum einen Umweg am Haus von Simeon vorbei. Als er die Taube flattern sah, machte dieser sich tatsächlich auf den Weg. Heute aber war es ganz besonders im Tempel. Es waren viele Menschen da, und sie hatten sich um eine kleine Familie versammelt. Sie hatten ein kleines Kind auf dem Arm. Es war erst wenige Tage alt und sollte jetzt im Tempel in die Gemeinschaft aufgenommen werden.

Spirits Herz klopft ganz schnell. Manchmal fliegt er ja nicht nur an einen anderen Ort, sondern auch in eine andere Zeit. Und jetzt merkt er, dass er seiner Frage nachgeflogen ist. Wer war der Mann, der die Geschichte vom Schaf erzählt hat? Nachdenklich blickt er auf das kleine Kind in den Armen seiner Mutter. Würde er einmal dieser Mann sein? Es zieht ihn zu ihm hin und er wird ganz fröhlich.

Er ist nicht der einzige. Auch Simeon ist ganz fasziniert von dem Kind. Diesen Gesichtsausdruck hat Spirit noch gar nie bei ihm gesehen. Ist es Aufregung? Freude? Auf jeden Fall ist die Traurigkeit weg, die ihn immer begleitet hat. Nun nimmt er sogar das Kind auf den Arm. «Gott, jetzt kann ich, dein Diener, in Frieden sterben. Ich sehe die Hoffnung, die du immer versprochen hast. Ich fühle mich gerettet und froh. Die ganze Welt soll diese Hoffnung sehen. Das Kind ist ein Licht, das für alle leuchtet.» Simeon strahlt und die Eltern des kleinen Kindes schauen ihn verblüfft an. Sie wussten ja, dass ihr kleiner Jesus etwas Besonderes ist. Aber gleich so?

Auch Spirit ist verwundert. Aber er freut sich sehr. Nun scheint es ihn nicht mehr zu brauchen, um Simeon abzuholen, wenn er traurig zuhause sitzt. Überhaupt sieht er gar nicht mehr traurig aus, sondern als wäre eine grosse Last von ihm gefallen! Spirit flattert zufrieden davon. Das Fliegen fällt ihm besonders leicht, denn auch er fühlt sich fröhlich. Manchmal, wenn er ganz fest an etwas denken muss, ist das auch nicht so. Dann sind seine Flügel schwer und langsam. Aber heute – heute fliegt es sich wie von selbst und er gurrt zufrieden vor sich hin.

Jesus lädt ein, unsere Last bei ihm abzugeben. Was auch immer dich beschwert – du darfst es hier lassen. Du musst es nicht alleine tragen.

«Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet. Ich werde sie euch abnehmen.»

Matthäus 11,28

Aktion

Nimm einen Stein. Spüre seine Schwere. Lege ihn symbolisch ab.

Was trage ich mit mir herum? Was darf ich loslassen?

Gebet

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine von dem andern zu unterscheiden. Amen.